Raus mit den Vorurteilen

Raus mit den Vorurteilen

Dass der Südtiroler nicht der Heilige ist, für den er sich zuweilen ausgibt, dürfte eigentlich jedem klar sein, auch wenn er es nicht zugeben will. Nein, der Südtiroler hat genauso wie jedes andere Volk auf dem Erdenrund seine Vorurteile - nicht zuletzt auch seinen eigenen Landsleuten gegenüber. Anstatt dagegen anzukämpfen, wollen wir einfach mal alle Vorurteile rauslassen, sie verschriftlichen, damit sie endlich mal gesagt sind! Was passiert also, wenn wir einen Sarner, einen Bozner, einen Grödner und einen Ultner auf ein gemeinsames Monopoly-Spiel einladen?

Während alle anderen das Spiel vorbereiten, ist der Sarner inzwischen in den Keller gegangen um eine Kiste Forst-Bier zu holen. Der Bozner teilt das Geld unter den Spielern auf, lässt sich dabei aber viel Zeit - Mier ha'm ja keinen Stress, weisch. Der Ultner regt sich auf, dass es keine Ape-Spielfigur gibt, und benutzt stattdessen seinen Ape-Schlüsselanhänger, um über das Spielfeld zu brettern. Der Grödner ist gerade dabei, sich die roten Hotel-Steine zurechtzulegen, als der Sarner mit deiner halbvollen Kiste Bier und einer gewaltigen Fahne hereinkommt.

Das Spiel beginnt. Der Sarner, der Ultner und der Grödner streiten sich darum, wer als erster Würfeln darf. Der Bozner: "Weisch, wenn ihr euch net entscheidn kennts, dann fang holt i an."

Ein paar Spielzüge später regt sich der Ultner darüber auf, dass der Sarner die ganze Kiste Bier selbst ausgetrunken hat. Dem Bozner ist das egal, denn er trinkt sowieso nur Wein oder Batzen-Bräu. Der Grödner ist inzwischen damit fertig, die roten Hotel-Spielsteine nebeneinander aufzureihen - vom Streit ums Bier hat er nichts mitbekommen. Beleidigt geht der Ultner hinaus und holt seine eigene Kiste Bier aus seiner Ape.

Wieder ist etwas Zeit verstrichen. Der Sarner hat schon acht Grundstücke gekauft, von den Bahnhöfen lässt er aber die Finger. Der Grödner hat sich indes nur die Parkstraße gekauft, vier Hotels gebaut und verdient mit den Mieten der Spieler, die auf sein Feld kommen ein Vermögen. Er beginnt, sich noch größere Hotel-Spielsteine aus Holz zu schnitzen. Der Bozner ist der leiseste von allen, denn mit de Hinterweltler und dem Bergvolk konn man jo kein vernünftiges Wort sprechen, weisch. Der Ultner hat keine Ahnung, wie das Spiel überhaupt geht und lässt sich in seiner unwissenden Unschuld von den anderen Spielern ausnehmen.

Etwas später. Der Ultner beginnt langsam das Spiel zu verstehen. Der Bozner ist ganz erschöpft davon, die Spielregeln dem Ultner erklären zu müssen. Der Sarner kommt auf ein Ereignisfeld: "Du hast einen Schönheitswettbewerb gewonnen, ziehe 2000 Euro ein." Der Bozner vermutet, der Sarner spielt nicht fair, denn er hat schon dreimal hintereinander für einen Schönheitswettbewerb 2000 Euro bekommen. Dem Grödner ist langweilig, denn er hat fast das ganze Geld der anderen Spieler durch Mieten kassiert und schlägt vor, das Spiel zu beenden.

Am Ende hat der Sarner die meisten Grundstücke gekauft und ist somit der Spieler mit der meisten Spielfläche. Der Grödner ist mit nur einem Grundstück, auf das er 37 Hotels gebaut hat, steinreich geworden. Der Ultner googelt ob es auch eine Ape-Version von dem Spiel gibt und der Bozner ist froh, dass es zu Ende ist, so kann er mit seinen richtigen Freunden ein intellektuell anspruchsvolleres Spiel spielen.

Hupe & Hedwig

Hupe & Hedwig

Die ach so bösen Veranstalter...

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