Hupe & Hedwig

Hupe & Hedwig

Dürfen wir vorstellen: Der bärtige Jüngling, der so kess aus unserem Titelfoto blickt ist Hupe… also Hubert. Plaikner. Zusammen im Bild posiert er mit seiner Angetrauten Hedwig. Zwar keine Frau, doch des Mannes ZWEITBESTE Freundin ist ja bekanntlich sein fahrbarer Untersatz.

Hupe und Hedwig sind in diesem Sinne etwas ganz Besonderes. Vor einigen Wochen stellte Hubert eine Annonce ins Internet; suchend nach einem Fotografen und/oder einem Filmemacher, die seine Hedwig würdevoll auf ihr metaphorisches Zelluloid bringen würden. So eine Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen und haben hoffnungsvoll auf eine Antwort – die wir letztendlich auch bekommen haben – darauf reagiert.

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Unser erstes Treffen fand bei der Kostner Tankstelle bei Brixen statt. Hedwig stach sofort zwischen den Autos heraus – lange Suchen konnten wir uns ersparen. Eine warme, liebevolle Aura, die die beiden bis ins kleinste Detail ausstrahlten, nahm uns in sich auf und hat uns seitdem nicht mehr losgelassen. Hedwig, mit ihrer zarten türkisen Farbe, dem Logo von Huberts Tattoostudio an der Seitentür, der zur Ölanzeige zweckentfremdeten Coladose, dem Strauß Blumen, der das Armaturenbrett ziert. Hupe, mit seinen volltätowierten Armen, seiner stylischen Schiebermütze und seinem breiten, herzlichen Grinsen, das mitten in seinem Vollbart hervorstach. Dieser Mann und sein Auto waren eins! Ein Triumvirat, das den dritten Mann nicht einmal nötig hatte.

Wir fuhren dann weiter zur Location, die Hubert für uns ausgesucht hatte. Er vorne in seiner Hedwig voran, wir in Bennis Polo hinterher. Einen entgegenkommenden Käfer grüßte Hupe mit – wie sollte es anders sein, bei diesem Vornamen – mit einem herzlichen Hupen und einem einladenden Winken. Als Käferfahrer kennt man sich wohl untereinander. Eine Allianz der Detailverliebtheit. Oder einfach nur Schicksalsbrüder. Wie zwei Wanderer, die sich begrüßen, wenn sie sich auf ihrem Weg begegnen, nur weil beide denselben Weg machen.

Angekommen, verstärkte sich diese Aura, die uns anfänglich umhüllte, nur noch weiter. Man möchte meinen, jemand, der so viel Liebe, Schweiß, Tränen, Blut, Energie, nicht zu vergessen Geld in ein Auto gesteckt hat – man möchte meinen, dass so jemand besonders darauf aufpasst, wer sein Auto anfasst, wer welche Knöpfe drückt oder welche Fächer aufmacht. Aber ganz im Gegenteil – mit einer unfassbaren Freude lud er uns ein einzusteigen, dies auszuprobieren, jenes aufzumachen. Er plauderte über seine Hedwig wie aus dem Nähkästchen. Auch wenn er es versucht hätte, er hätte seine Freude über sein Auto nicht verstecken können. Stolz präsentierte er uns Hedwig, hat er doch jeden Grund stolz auf das zu sein, was er mit ihr erschaffen hat.

Es bleibt die Faszination und der aufrichtige Respekt den wir für die beiden spüren. Das, was uns an Hupe und Hedwig so fasziniert, das, was wir von ihnen lernen konnten, ist eine Lektion in Nächstenliebe und Leidenschaft. Wir alle brennen für etwas. Manche machen Sport, manche machen Film und Foto, manche pflegen ihre Autos. Wir lieben, was wir machen, wir leben dafür – doch können wir unsere Leidenschaft mit jemandem Teilen, bereitet uns das mehr Freude, als alles andere es je tun könnte. 

Raus mit den Vorurteilen

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